Großer Mashiko Teebecher
Ein wirklich großer Teebecher für eine große Hand! Typische Gebrauchskeramik aus Mashiko, Tochigi Präfektur auf der Hauptinsel Honshû. Die Klarheit der Form und vor Allem die Glasur und der Glasurauftrag wirken sehr einfach, fast bodenständig. Gleich aber drängt sich eine Modernität und eigene Form von Eleganz auf. Zurückhaltung und Präsenz verbinden sich bei diesem warm wirkenden Teebecher. Warm, das dunkle Kakibraun mit der kupferorangenen Note. Kontrastreich, aber nicht grell, die taches (Flecken) in kühlem Türkis darauf. Innen beigrau mit lebendigen Drehrillen der Finger. Die Glasur wirkt wie ein dicker, weicher Überzug. Erstaunlich für seine Größe: Der Becher ist unerwartet leicht, was seine etwas versteckte Eleganz nur bestätigt. Manufakturware. In Serie, jedoch einzeln hergestellt, gedreht auf der Scheibe.
H 11,8 cm x D 9,7 cm, in einfachem Wellpappe-Karton L 19,0 cm x B 10,8 x H 10,8 cm
Mashiko als Ort für Gebrauchskeramik hatte bereits eine lange Tradition, war aber nicht im Fokus, wie es heute ist; genau wegen des bodenständigen Stils. Das veränderte sich spätestens, als ein japanischer Keramiker, nach Studien in England und in Kontakt gekommen mit Modernistischen Ideen der 20ger Jahre des letzten Jahrhunderts Mashiko wählte, um genau diese 'bäuerlichen Einfachkeit' der Mashiko-Keramik künstlerisch, jedoch authentisch aufzuwerten. Die Idee der 'Volkskunst-Bewegung' dieser Zeit ist hier konzeptionell der Überbau. Es wirkt wie ein Bauhaus-Gedanke. Schönheit, Funktionalität, Form und Tradition für den Alltag schaffen. Eigentlich ohne die 'Handschrift', auch wörtlich gemeint als Signatur, der Kunstschaffenden. Tatsächlich geschah Beides. Diese 'ehrliche' Keramik rückte wieder ins Scheinwerferlicht und je nach Person mit jeweils eigenem Stil. Dadurch manifestierte sich dieser Keramiker, und die anderen keramisch arbeitenden Kunstschaffenden seit dem gleich mit, als Individualkünstler mit ihren jeweiligen Stilmerkmalen. Der Studiokeramiker fand seinen Platz neben den anderen Kunstschaffenden. Mashikos Keramikproduktion floriert seit dem bis heute, ist geradezu ein Mekka für Keramikliebhabende. Die Vielfalt ist überwältigend, die Qualität sowieso und die Preise häufig auch. Und wer ist der gefeierte Keramiker: Shôji Hamada (1894 - 1978). Authentischen Keramikerateliers, gerade aber auch Antikhändlern, die sich manchmal eher wie Sammler präsentieren, denen ihre Sammellust über den Kopf gewachsen ist, haben Ihre Vitrine, Ihre Ecke mit den nun kostbaren Artefakten. Nimmt man unbedacht eine Schale in die Hand, wenn es überhaupt möglich ist, einfach weil sie schön ist, braucht der alte Keramiker, sich am Gasofen wärmend, nur ruhig sagen: Shoji Hamada. Und man stellt sie vorsichtig und ehrfürchtig zurück ohne nach dem Preis zu fragen......

